Gemeinsam gegen die Spaltung in unserer Gesellschaft oder wie man der Smartphoneschizophrenie entgegen wirken kann

Michael Meyer 14.03.2025

Etliche Leser meiner Blogs haben mich gebeten, doch mal wieder etwas zu schreiben. Gut, dann will ich das mit Freude tun. Bedanken möchte ich mich bei den verantwortlichen Lebenswertegesellschaftern Monika Rosina und Heribert Wies für die Möglichkeit es tun zu dürfen.

Wie ihr sicher schon verfolgt habt, geht die ehrenamtliche soziale Arbeit der neuen Lebenswerte- Gesellschafter mit viel Engagement weiter. Es freut mich sehr zu sehen, was sich da alles tut und wie Menschen mit wenig Teilhabe unterstützt werden können. Lasst mich die Bedeutung des sozialen Engagements am Beispiel des Rikschafahrens näher erläutern. Das Rikschaprojekt wird ja auch von "Lebenswerte" weiter finanziert und von daher bin ich sehr gespannt wie sich die ehrenamtlichen Rikschapiloten 2025 diesem sozialen Projekt stellen und in die Pedalen treten, damit Andere den Wind in ihren Haaren spüren und die wunderschöne Natur genießen können. Vielleicht stellt sich der eine oder andere Rikschapilot die Frage, warum er Rikschafahren soll, bei der wenigen Zeit, die er hat. Es gibt doch so viel Wichtigeres. Das ist eine gute und wichtige Frage, denn Zeit ist kostbar und wir sollten in dieser Zeit unbedingt das tun, was wir lieben oder das lieben was wir tun. Auf keinen Fall sollten wir jedoch das was wir lieben verschieben. Dazu ist unser Leben viel zu kurz. Als ich meinen verstorbenen Schwiegervater einmal gefragt habe, warum er mit 90 Jahren immer noch als Mediziner praktiziert – er könnte sich doch auch mal langsam zur Ruhe setzten - sagte er:

„Du musst lernen, das zu lieben, was Du tust oder das zu tun was Du liebst. Wenn Dir das gelungen ist, warum solltest Du dann damit aufhören?

Dieser Satz ist zu einem Leitgedanken für mich geworden und hat mich zu einem glücklicheren Menschen gemacht. Es hat aber auch dazu geführt einiges wegzulassen in meinem Leben, was einfach keinen Sinn mehr ergab. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir immer Zeit haben für das, was wir lieben und dann das auch tun was wir lieben. Zeit allein kann es aber nicht sein, die uns fehlt, sonst könnten wir doch nicht so viele Stunden am Smartphone verbringen.

Mit Erschrecken nehme zur Kenntnis, dass das wohl leider immer weniger aus Langeweile geschieht, sondern das Smartphone für immer mehr Menschen zur Religion wird und zur wichtigsten Lebensstütze. Kein Wunder, wenn immer mehr Menschen gar keine eigene Meinung mehr haben. Scheinbar ist es für viele einfacher ihre Meinungsbildung aus dem Smartphone zu ziehen. Diese Menschen leben allerding sehr gefährlich, denn sie sind sehr anfällig für Manipulationen.

Sie müssen sehr aufpassen, dass sie nicht an Dinge glauben, die es gar nicht gibt. Diese Erkrankung nenne ich: Smartphoneschizophrenie.

Die Bildschirmzeit bei Jugendlichen in Deutschland lag im Jahr 2023 im Durchschnitt bei rund 3,5 Stunden am Tag. Dabei ist auffällig, dass die Bildschirmzeit mit steigendem Alter länger wird und bei den 18- bis 19-Jährigen bei fast 4,5 Stunden lag. Viele Erwachsene verbringen jedoch bis zu 11 Stunden am Tag damit, einen Bildschirm zu betrachten. Eine liebe Freundin von mir behauptet sogar, dass sie nie aus dem Haus gehen würde ohne ihr Smartphone.

Wen wundert es da noch, dass immer mehr Menschen vereinsamen und ihre Sinnhaftigkeit verlieren.

Ich sehe auf der anderen Seite jedoch wie Menschen, die sich in unseren sozialen Lebenswerteprojekten engagieren, regelrecht aufblühen und bei viel besserer Stimmung, sei es in unserem Rikschaprojekt, bei den „Zeitschenkern“ oder in dem Projekt: Lebensmittel für Menschen in Armut.

Mir war und ist es immer eine Freude und eine Ehre mich für andere zu engagieren. Für mich ist es eine Ehre und Freude mit der Rikscha unterwegs zu sein - gemeinsam mit anderen Rikschapiloten- zum Wohle anderer Menschen.

Und wenn mich meine Fahrgäste fragen was die Fahrt kostet, ist es mir ein innerer Vorbeimarch zusagen: NICHTS, dies Leistung ist nicht mit Geld zu bezahlen.

Es klingt vielleicht lapidar ist es aber nicht. Rikschafahren ist ein aktiver sozialer Beitrag gegen die zunehmende Spaltung in unserem Land und die ist in der Tat nicht mit Geld zu bezahlen.

Ich habe keine Zeit, um Rikscha zu fahren ist deshalb für mich in diesem Kontext kein nachvollziehbares Argument. Ich habe keine Zeit anderen Zeit zu schenken ist für mich ebenfalls kein nachvollziehbares Argument. Vielleicht liebst du einfach nicht genug was Du tust. Vielleicht ist Dir aber auch nicht klar, welche große Bedeutung Dein soziales Engagement für unsere Gesellschaft hat. Das musst du unbedingt für Dich klären.

Für mich gehört Rikschafahren zu den großartigsten Dinge in meinem Leben, die ich bisher getan habe. Für mich ist einem anderen Menschen Zeit zu schenken und ihm zuzuhören etwas Großartiges. Ich liebe es und mir ist es völlig klar, dass ich damit einen Beitrag leiste, damit mein Land wieder mehr so ist, wie ich es mir vorstelle.
Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten, der aller Ehren wert ist. Nichts tun und schwätzen können Andere.
In Verbundenheit
Michael